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Ähnlich wie das Cholesterol für tierischen
Zellen, stellen Phytosterine wichtige
Bestandteile der Zellmembranen pflanzlicher Zellen dar, wobei besonders
fettreiche Pflanzenteile wie z.B. Samen reich an diesen Verbindungen
sind. Sie liegen in freier Form, aber auch gebunden an Fettsäuren
oder als Glycoside oder Acylglycoside vor. Mit der Nahrung nimmt
man sie vor allem durch Verzehr pflanzlicher Öle auf, wobei
am wertvollsten die nativen also nicht raffinierten Öle sind.
Da Phytosterole den Cholesterolspiegel senken können, werden
sie z.B einigen Margarinen zugesetzt und als sog. "functional
food" in den Handel gebracht.
Einteilung:
Die Phytosterine unterscheiden sich vom Cholesterol
(C-27-Körper) durch eine zusätzliche Methyl- oder Ethylseitenkette
an C-24 und besitzen daher ein oder zwei Kohlenstoffatome mehr.
Als bekanntester und auch häufigster Vertreter kommt das beta-Sitosterol
vor, das an C-24 eine Ethylseitenkette trägt. Stigmasterol
besitzt zusätzlich eine Doppelbindung zwischen C-22 und C-23,
während Sitostanol auch im Grundgerüst keine Doppelbindung
besitzt. Campesterol unterscheidet sich von beta-Sitosterol indem
es anstelle der Ethyl- eine Methylgruppe trägt..
Wirkungen:
Beta-Sitosterol wird in niedrigeren Dosierungen (mg-Bereich)
zur symptomatischen Behandlung einer beginnenden benignen Prostatahyperplasie
und in höherer Dosierung (g-Bereich) als cholesterol-senkendes
Arzneimittel verwendet. Die Wirkprinzipien sind noch weitgehend
unbekannt, der Einsatz begründet sich hauptsächlich auf
die Erfahrungsmedizin. Diskutiert werden hormonartige Effekte (estrogenartig)
und die Hemmung der Prostaglandinsynthese.
Warum Phytosterine in niedriger Dosierung subjektive Beschwerden
bei Protataleiden lindern, scheint verwunderlich, da diese Stoffe
doch auch durch die Nahrung aufgenommen werden. Möglicherweise
sind aber Begleitstoffe in den Pflanzenauszügen an der Wirkung
beteiligt. Eine Beeinflussung des Wachstums des Prostatagewebes
ist allerdings durch diese Substanzen nicht möglich.
Phytosterine sollen auch vorbeugend gegen Dickdarmkrebs wirken.
Personen, die mit der seltenen Erbkrankheit Phytosterinämie
behaftet sind, können Phytosterine nur schwer ausscheiden und
sollten diese Verbindung meiden.
Ob durch den Verzehr phytosterinreicher Margerinen ein erhöhter
Cholesterolspiegel im Blut wirksam gesenkt werden kann, ist bisher
noch nicht ausreichend untersucht. Bekannt ist aber, dass dadurch
die Aufnahme von Carotinoiden aus
Nahrungsmitteln behindert werden kann.
Vorkommen:
Neben dem Vorkommen der Phytosterine in natürlichen
Ölen, wie z.B. Soja-, Sonnenblumen- und Sesamöl, sind
sie auch in Heilpflanzen zur Behandlung einer beginnenden benignen
Prostatahyperplasie enthalten.
| Phytosterin |
Begleitsubstanzen |
Pflanze |
| ß-Sitosterol u. Sitosterolin,
Hydroxysitosterole |
Lectine, Polysaccharide, Lignane,
Ceramide |
Brennesselwurzel |
| ß-Sitosterol, Sitosterolin |
Norlignane |
Hypoxiswurzel |
| delta7- u. delta8-Sterole |
Linolsäure, Tocopherole,
Carotinoide |
Kürbissamen |
ß-Sitosterole u. gebundene ß -Sitosterole |
Flavonoide,
Polysaccharide |
Sägepalmenfrüchte |
| Sterole |
Proteine |
Blütenpollenextrakte aus Roggen,
Wiesenlieschen, Mais mit Aceton/Wasser |
Literatur:
Bernhard Watzl, Gerhard Rechkemmer:
Phytosterine Ernährungs-Umschau 48(2001) Heft 4
Gunter Metz:
Phytamine - Pflanzliche Nahrung zur Prävention
PZ-Schriftenreihe Nr. 13 (2001), Govi Verlag
Georg Schiller, Karl Hiller:
Arzneidrogen, 4. Aufl. 1999, Spektrum Akademischer
Verlag
Hager ROM 2002: Springer Verlag
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