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Cumarine leiten sich
von den Phenolsäuren ab
und finden sich häufig in Pflanzen der Familien der Dolden-
und Rautengewächse. Die Stammverbindung ist das Cumarin (1-H-1-Benzopyran-2-on),
das erst beim Welkprozess enzymatisch gebildet wird und z.B. das
typische Aroma des Waldmeisters ausmacht.
Häufig sind sie mit dem ätherischen Öl der
Pflanze vergesellschaftet.
Mittlerweile sind etwa 500 verschiedene Cumarine bekannt. Toxikologisch
bedeutungsvoll sind das durch Fäulnisprozesse z.B. in angeschimmelten
Kleeheu entstehende Dicumarol, das zu hämorrhagischen Erkrankungen
von Weidevieh führen kann (sweet glover desease) und die als
stark leber kanzerogenen Aflatoxine
in Schimmelpilzen, die aus Polyketiden gebildet werden.
Synthetisch hergestellte 4-Hydroxy-Cumarinderivate werden in der
Medizin als orale Antikoagulantien verwendet.
Einteilung:
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Cumarin
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Cumarinderivate:
Das Grundgerüst der Cumarine bildet das
Cumarin, das sich beim Welkprozess aus
frischen Pflanzenteilen aus Melitosid, einem Glucosid der 2-Hydroxy- Zimtsäure
unter Isomerisierung zur Cumarinsäure bildet.
Dicumarol ist
ein dimeres Derivat von Cumarin und wird durch Fäulnisprozesse
cumarinhaltiger Pflanzenteile wie z.B. Klee gebildet. Es wirkt
antagonistisch zu Vitamin K und hemmt so die Bildung von Gerinnungsfaktoren
in der Leber.
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Umbelliferon
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Hxdroxycumarinderivate:
Natürlich vorkommende Cumarin-Derivate
haben als Grundstruktur das Umbelliferon (7-Hydroxycumarin), das
aus 4-Hydroxy- Zimtsäuren
gebildet wird.
| Name |
Chemische Bezeichnung |
| Herniarin |
7-Methoxycumarin |
| Aesculetin |
6,7-Dihydroxycumarin |
| Aesculin |
6-O-(ß-D-Glucosyl)aesculetin |
| Scopoletin |
7-Hydroxy-6-methoxycumarin |
| Fraxetin |
7,8-Dihydroxy-6-methoxycumarin |
| Fraxin |
8-O-(ß-D-Glucosyl)fraxetin |
| Osthenol |
8-(3-Methyl-2-butenyl)umbelliferon |
Furano- und Pyranocumarinderivate:
Furanocumarine entstehen aus isoprenyliertem
Umbelliferon, wie z.B. Osthenol, unter Bildung eines 5-er Ringes
zu Furanocumarinen, unter Bildung eines 6-er Ringes zu Pyranocumarinen.
| Name |
Chemische Bezeichnung |
| Bergapten |
5-Methoxypsoralen |
| Xanthotoxol |
8-Hydroxypsoralen |
| Methoxysalen(Xanthotoxin) |
8-Methoxypsoralen |
| Imperatorin |
8-(3-Methyl-2-butenyl)psoralen |
| Heraclenol |
8-(2,3-Dihydroxy-3-methylbutoxy)psoralen |
| Pimpinellin |
5,6-Dimethoxyangelicin |
Aflatoxine:
Aflatoxine werden von bestimmten Schimmelpilzen aus Polyketiden
gebildet.
Wirkungen
Cumarin:
Cumarin wirkt ähnlich wie das Rutosid entzündungshemmend,
abschwellend und durchblutungsfördernd. Zubereitungen aus
cumarinhaltigen Pflanzen wie z.B. der Steinklee werden zur Behandlung
von Venenleiden eingesetzt. Da Cumarin im Tierversuch lebertoxische
und kanzerogene Eigenschaften
zeigte, wird empfohlen, die Langzeitaufnahme durch cumarinhaltige
Lebensmittel wie z.B. zimthaltige Tees, zu begrenzen. Die Übertragbarkeit
der Befunde auf den Menschen ist allerdings strittig, da die Toxizität
von Cumarin speziesabhängig unterschiedlich ist. In einigen
Studien konnte sogar ein günstige Effekte bei Tumorleiden
nachgewiesen werden.
Höhere Dosierungen von Cumarin treten Kopfschmerzen und Benommenheit
auf.
Dicumarol:
Dicumarol wirkt antagonistisch zu Vitmain K
und hemmt daher die Bildung von Gerinnungsfaktoren in der Leber,
wobei dafür die Hydroxylgruppe an C-4 des Cumarin-Grundgerüsts
essentiell ist. Aus dieser Verbindung wurden die oralen Antikoagulantien
entwickelt.
Furanocumarine:
Besonders lineare Furanocumarine vom Typ des
Psoralens besitzen photosensibilisierende Eigenschaften, d.h. es
können in Verbindung mit Sonnenlicht starke Entzündungen
der Haut und Sonnenbrand hervorgerufen werden.
Medizinisch wird dieser Effekt zur Behandlung von Psoriasis und
Vitiligo bei der PUVA-Therapie (Psoralenderivat + UVA-Bestrahlung)
ausgenutzt.
Pyranocumarine:
Visnadin wirkt im Tierversuch erweiternd auf
die Herzkranzgefäße und positiv inotrop. Die Wirksamkeit
ist jedoch nicht durch klinische Studien belegt.
Aflatoxine:
Aflatoxine werden von bestimmten Schimmelpilzen
auf stärke- und fetthaltigen Lebensmitteln, wie z.B. Nüsse,
Brot, Mais, gebildet und wirken karzinogen auf die Leber. Verschimmelte
Lebensmittel sind daher nicht mehr für den Verzehr geeignet
und sollten komplett weggeworfen werden.
Vorkommen:
| Cumarin-Typ |
Bezeichnung |
Beispiel |
| Cumarin |
Cumarin |
Waldmeister, Steinklee, Liebstöckel,
Pastinakfrüchte, Tonkabohnen |
| Hydroxycumarine |
Umbelliferon |
Engelwurz, Kamillenblüten, Seidelbastrinde,
Feigenblätter, Pastinakfrüchte |
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Aesculetin |
Ringelblume, Rosskastanienrinde |
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Scopoletin |
Ringelblume,
Feigenblätter |
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Aesculin |
Rosskastanienrinde |
| Furanocumarine |
Bergapten |
Engelwurz,
Feigenblätter, Bärenklau-Arten, Liebstöckel,
Raute |
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Psoralen |
Feigenblätter, Bärenklau-Arten, Liebstöckel,
Raute |
Diuretisch |
Xanthoxin |
Feigenblätter, Bärenklau-Arten |
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Angelicin |
Bärenklau-Arten |
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Pimpinellin |
Bärenklau-Arten, Pastinakfrüchte |
| Pyranocumarine |
Visnadin |
Bischofskraut |
Literatur:
Georg Schiller, Karl Hiller:
Arzneidrogen, 4. Aufl. 1999, Spektrum Akademischer Verlag
Hager ROM 2002,
Springer Verlag
Gunter Metz:
Phytamine - Pflanzliche Nahrung zur Prävention,
PZ-Schriftenreihe Nr. 13 (2001), Govi Verlag
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