Heilpflanzen-Lexikon
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Wermut
Pflanze: Artemisia absinthium L.
Familie: Korbblütler (Asteraceae = Compositae)
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Anwendung:
Vor allem die Blüten enthalten ein ätherisches
Öl, das aus verschiedenen Mono- und Sesquiterpenen zusammengesetzt
ist und sehr bitter schmeckende Sesquiterpenlactone, z. B. Absinthin
und Artabsin. Wässrige Auszüge in Form von Tee eignen sich
wegen der die Verdauungssäfte anregenden Bitterstoffe zur Behandlung
von Appetitmangel und Verdauungsstörungen, wie krampfartige
Beschwerden, Völlegefühl und Blähungen sowie zur
Anregung des Gallenflusses.
Das im ätherischen
Öl enthaltene, schwer wasserlösliche Thujon wirkt in
höheren Dosierungen oder
längerem Gebrauch als Krampfgift und findet sich in alkoholischen
Auszügen in höherer Konzentration
(s. Hinweis).
Für die in der Volksheilkunde propagierte äußerliche
Anwendung bei schlecht heilenden Wunden oder Insektenstichen gibt
es keine wissenschaftliche Belege.
Wermutkraut
wird auch zur Aromatisierung von Magenbittern oder Aperitifs (Wermutwein)
verwendet. Hierzu werden
thujonarme Öle z. B. aus dem Römischen Wermut (A. pontica)
bevorzugt.
Absinth wird aus alkoholischen Auszügen von Wermutkraut, Anis,
Fenchel und Zitronenmelisse hergestellt und kann z. T. erhebliche
Mengen an Thujon enthalten. Das als "grüne Fee" bezeichnete
Getränk wurde Anfang des 20. Jahrhunderts massenhaft vor
allem in Frankreich konsumiert, u. a. von Künstlern wie
Toulouse-Lautrec, van Gogh und Baudelaire. Inwieweit die halluzinogene
und gesundheitsschädlichen
Wirkungen, die schließlich zu einem Verbot führten,
dem ja doch recht hohen Alkoholgehalt bzw. dem Thujon oder
anderen damals
zugesetzten Stoffen zugeschrieben werden können, ist bis heute
nicht eindeutig geklärt. |
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