Heilpflanzen-Lexikon
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Sonnenhut, schmalblättriger,
blassblütiger, purpurner
Pflanze: Echinacea angustifolia DC.,
pallida NUTT., purpurea (L.) MOENCH.
Familie: Korbblütler (Asteraceae = Compositae)
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Anwendung:
Präparate aus Sonnenhut werden zur Steigerung der körpereigenen
Abwehrkräfte, Zubereitungen
aus dem Kraut des purpurnen Sonnenhuts auch zur Wundbehandlung eingesetzt.
Welchen Inhaltsstoffen die immunstimulierende Wirkung zuzuschreiben
ist oder ob sie das Ergebnis des Zusammenspiels der einzelnen Komponenten
ist, ist noch nicht genau bekannt. Als wirksame Bestandteile werden
Polysaccharide,
Kaffeesäurederivate,
Polyacetylene und Alkylamide ungesättigter Fettsäuren
diskutiert. Diese Stoffe finden sich in ähnlicher Zusammensetzung
in allen Sonnenhutarten. Am besten untersucht sind jedoch Zubereitungen
aus dem Purpursonnenhutkraut und der Wurzel des blassblütigen
Sonnenhut.
Die Steigerung der körpereigenen Abwehrkräfte beruht auf
einer Stimulierung des unspezifischen Immunsystems, wie eine Steigerung
der Phagozytoseaktivität der Fresszellen und die Förderung
der Freisetzung von Interleukin, Interferon und Tumornekrosefaktor
alpha. Die antiviralen Effekte scheinen nicht auf einer virenabtötenden
Wirkung zu beruhen, sondern auf einer Hemmung des Eindringens von
Viren in die Zelle. Dies kann möglicherweise in der frühzeitigen
Behandlung einer Herpes simplex Infektion (Lippenbläschen)
mit einer Salbe hilfreich sein. Inwieweit insbesondere die Polysaccharide
vom Organismus aufgenommen werden und systemisch wirken können
oder ob der Effekt auf einer direkten Wirkung auf Mund-, Rachen-
oder Darmschleimhaut, die für die Abwehrlage des Körpers
ebenfalls eine Rolle spielen, ist bisher nicht geklärt. Da
über das wirksame Prinzip noch so wenig bekannt ist und sich
die Sonnenhutpräparate auch aufgrund der verschiedenen Herstellungsmethoden
unterscheiden können, ist ein direkter Vergleich untereinander
nur schwer möglich.
Sonnenhutpräparate werden häufig zur Vorbeugung und Verkürzung
der Erkrankungsdauer von Erkältungen (Husten, Schnupfen), Harnwegsinfektionen
und bei Infektanfälligkeit empfohlen. Der beste Erfolg wird bei
frühzeitiger Anwendung, also zu Beginn der ersten Krankheitszeichen,
erzielt. Eine rein vorbeugende Anwendung scheint keinen Effekt zu
haben. Sonnenhut-Präparate sollten nicht länger als 2 Wochen
kontinuierlich eingenommen werden, da eine Stimulierung der Abwehrkräfte
nur begrenzt möglich ist.
Bei der Anwendung sind spezielle Beschränkungen zu beachten
(s. Hinweis).
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