| Anwendung:
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Beschwerden der Wechseljahre
(insbes. Hitzewallungen) |
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Osteoporose |
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Senkung der Blutfettwerte (Sojaprotein) |
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prämenstruelles Syndrom |
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Prostatakrebs |
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Legende |
Die eiweißreichen Samen werden vor allem im asiatischen
Raum als Nahrungsmittel genutzt. Sojamilch wird aus gemahlenen
gelben Sojabohnen mit Wasserdampf gewonnen. Tofu ist ein aus
Sojamilch hergestellter Quark. Sojaprotein wird als Fleischersatz
in vegetarischen Gerichten verwendet, da es alle essentiellen
Aminosäuren enthält. Sojaprotein wirkt cholesterinsenkend
und somit vorbeugend auf Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems.
Fermentierte Sojasaucen dienen als Würzmittel.
Aus den Samen werden ferner durch Raffination Sojaöl, ein
linolsäurereiches fettes Öl und Sojalecithin hergestellt.
Das Öl wird als Speiseöl, zur Herstellung von Ölbädern
aber auch für Fettlösungen zur parenteralen Ernährung
verwendet.
Das Rohsojalecithin besteht aus Phospholipiden (Phosphatide)
mit dem Hauptbestandteil Phosphatidylcholin (Lecithin), Sojaöl,
Kohlenhydrate, Phytosterole und Tocopherole und wird entsprechend
dem Verwendungszweck weiterverarbeitet. Phosphatide werden z.T.
in Präparaten auch mit der Abkürzung EPL (= essentielle
Phospho-Lipide) bezeichnet. Lecithin ist ein hervorragender Emulgator
und wird als Hilfsstoff in Arzneipräparaten, Kosmetikindustrie,
Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie (Herstellung von Instantpräparaten,
Schokolade, Backwaren, Margarine) eingesetzt. Lecithin soll cholesterinsenkend
wirken und wird volkstümlich in Stärkungsmitteln als „Nervennahrung“ verwendet.
Weiterhin enthalten Sojabohnen und -produkte Isoflavonoide, denen
eine estrogenmodulierende Wirkung (Phytoestrogene) zugesprochen
werden. Eine sojareiche Diät soll z.B. bei Beschwerden in
den Wechseljahren, bei Brustschmerzen vor Einsetzen der Monatsblutung
(Mastodynie) helfen und vorbeugend gegen Osteoporose, Brustkrebs
und Prostatakrebs wirken. Diese Vermutungen begründen sich
hauptsächlich auf die Beobachtung, dass Asiatinnen mit ihrer
sojareichen Diät seltener Beschwerden während der Wechseljahre
bekommen und seltener an Brustkrebs erkranken als europäische
Frauen. Ein kausaler Zusammenhang ist jedoch nicht erwiesen,
so dass diese Befunde mit Vorsicht interpretiert werden müssen.
Gerade bei Brustkrebs besteht möglicherweise die Gefahr,
dass das Wachstum des Tumors durch die Hormonwirkung isoflavonoidreicher
Nahrungsergänzungsmittel angeregt werden könnte.
Die Beurteilung einer Wirksamkeit wird auch dadurch erschwert,
dass Alter, hormonelle Lage, Darmflora und genetische Unterschiede
der Probanden einen Einfluss zeigen. Zudem zeigen bei Wechseljahresbeschwerden
auch nicht wirkstoffhaltige Präparate (Placebos) erstaunlich
oft einen Effekt. Der z.T. beobachtete günstige Einfluss
auf die Knochendichte könnte auch auf den Gehalt an Calcium
und Vitamin D der Sojabohne zurückzuführen sein.
Zusammenfassend kann empfohlen werden, den Speisezettel mit Sojaprodukten
anzureichern, die langdauernde Zufuhr isolierter Inhaltstoffe
aus Soja, wie z.B. Isoflavone, ist jedoch nicht ratsam. Das Bundesinstiut
für Risikobewertung kommt zu dem Schluss, dass insbesondere
die langdauernde Einnahme von Isoflavonen aus Soja aufgrund unzureichender
Daten über die Sicherheit und richtigen Dosierung nicht
empfohlen werden kann (http://www.bfr.bund.de/ ).
Aus Sojamilch hergestellte Säuglingsnahrung wird teilweise
bei bestimmten Nahrungsmittelunverträglichkeiten eingesetzt.
Bei bekannter Kuhmilchallergie ist Sojamilch jedoch kein geeigneter
Ersatz, da häufig eine Kreuzallergie zu Sojaprotein beobachtet
wird. Säuglinge dürfen nicht mit Produkten, die für
Erwachsene bestimmt sind ernährt werden, da es dann zu Mangelerscheinungen
kommen kann! Da bei mit Sojamilch ernährten Säuglingen
sehr hohe Plasmaspiegel an Isoflavonen erreicht werden können,
sollten Soja-Säuglingsnahrungen nur auf Anraten des Kinderarztes
in besonderen Fällen verwendet werden.
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