Anwendung:
Schöllkraut enthält in allen Pflanzenteilen Benzylisochinolinalkaloide,
die ähnlich dem Papaverin leicht krampflösend auf den oberen
Gastrointestinaltrakt wirken, proteolytische Enzyme und Pflanzensäuren.
Ebenso werden dem Schöllkraut eine anregende Wirkung auf den
Gallenfluss und eine schmerzhemmende Wirkung nachgesagt. Daher werden
Zubereitungen aus Schöllkraut bei krampfartigen Beschwerden
der Gallenwege und des oberen Magen-Darmtraktes angewendet.
Der Gehalt an wirksamen Alkaloiden ist sehr stark abhängig
vom Standort der Pflanze sowie des Sammelzeitpunkts und des Trocknungsverfahrens.
Während die Anwendung von Schöllkraut früher als unbedenklich
galt, sind seit 1997 jedoch zunehmend Nebenwirkungen beobachtet worden,
die zu einer Einschränkung der Leberfunktion führten (Anstieg
der Leberwerte, Cholestase, Hepatitiden). Da Schöllkraut als
Gallemittel Verwendung findet, sind solche Nebenwirkungen besonders
kritisch zu betrachten, da sie leicht der Grundkrankheit und nicht
dem Präparat zugeschrieben werden könnten (s. Hinweis).
Volksmedizinisch wird der frische Milchsaft aus dem Stängel
zur örtlichen Behandlung von Warzen verwendet.
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