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Anwendung:
Rizinusöl wird
aufgrund seiner hohen Dichte und Viskosität vornehmlich als Hilfsstoff
in der Arzneimittel- und Kosmetikindustrie eingesetzt. Es ist frei
von den im Samen enthaltenen Giftstoffen.
Medizinisch dient es zur kurzfristigen Behandlung von Verstopfung
(Obstipation). Das wirksame Prinzip ist die Ricinolsäure,
die im Dünndarm durch Pankreaslipasen und Gallensalzen freigesetzt
wird und ähnlich der Antrachinone eine Zunahme des Wassergehaltes
des Stuhls bewirken. Zusätzlich wird die Prostaglandinsynthese stimuliert,
daher verbietet sich die Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit.
Die Wirkung tritt je nach Dosierung
zwischen 2 und 8 Stunden ein (2 Esslöffel bzw. ein Teelöffel).
Rizinussamen enthält
u.a. das hochgiftige
Glykoprotein Ricin. Bereits 5 bis 6 Samen können für Kinder tödlich
sein. Da erste Vergiftungserscheinungen
erst nach mehreren Stunden auftreten und eine Giftentfernung lebensrettend
sein kann, sollten auch in Verdachtsfällen sofort medizinische Hilfe
in Anspruch genommen werden.
Erste Symptome einer Vergiftung
sind Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfälle, später können
Fieber, Leberschädigung und Nierenversagen auftreten. Der Tod tritt
durch Kollaps oder Lähmung des Atemzentrums ein.
Rizinussamen enthalten auch starke Allergene. Das Einatmen pulverisierter
Samen oder Hautkontakt führt in vielen Fällen zu allergischen Erkrankungen.
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