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Mistel
Pflanze: Viscum album L.
Familie: Mistelgewächse (Loranthaceae)
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Anwendung:
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unterstützend zur Therapie
von Krebsleiden
(parenterale Anwendung) |
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Gelenkentzündungen |
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Herz-Kreislauferkrankungen |
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Legende |
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Die Mistel enthält stark wirksame Eiweißstoffe (Viscotoxine)
und Glykoproteine (Lektine), die blutdrucksenkend und zellabtötend
wirken und die körperlichen Abwehrkräfte steigern. Diese Substanzen
gelangen jedoch nur bei Gabe als Injektion (parenteral) intakt in den
Organismus. Bei der peroralen Einnahme, d.h. bei der Einnahme als Tee,
Kapseln, Dragees oder Tropfen, werden die Verbindungen zersetzt und es
ist unwahrscheinlich, dass sich dann die der Mistel zugeschriebenen Wirkungen
entfalten können. Ferner sind Polysaccharide, Flavonoide und einfache
Amine in der Pflanze enthalten.
Mistellektine sind stark toxisch und ähnlich dem Gift Ricin des
Rizinus (Wunderbaum) aufgebaut. Diese werden jedoch wie die giftigen
Viscotoxine bei Einnahme nicht in den Organismus aufgenommen, so dass
in der Regel keine Vergiftungserscheinungen beobachtet werden. Die Wirksamkeit
oraler Präparate gegen Bluthochdruck und Arteriosklerose ist nicht
belegt und kann daher nicht empfohlen werden.
Die Verwendung der Mistel bei Krebsleiden ist heftig umstritten. Es gibt
Präparate entsprechend der anthroposophischen Therapierichtung und
solche, die den phytotherapeutischen Ansatz verfolgen, d.h. die Wirksamkeit über
Inhaltsstoffe, hier dem Mistellektin I, erklären. In den verwendeten
Dosierungen wirken Mistellektine nicht direkt zellabtötend sondern
immunmodulatorisch und sollen durch eine verbesserte Abwehrlage des Körpers
die Lebensqualität steigern. Eine Therapie sollte aber nur in Absprache
mit dem behandelnden Arzt und unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt
werden.
Bei entzündlichen Gelenkerkrankungen wird versucht über die
durch die Injektion örtlich hervorgerufenen starken Entzündungen
die eigentliche Erkrankung günstig zu beeinflussen. Die parenteralen
Anwendungen können mit starken Nebenwirkungen verknüpft sein
(s. Hinweise).
Die Einnahme von Mistelpräparaten wird in der Regel gut vertragen
und soll gegen leichten Bluthochdruck und Arteriosklerose wirken. Dies
ist jedoch nicht belegt.
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