Der scharfe Geschmack und die auf die Schleimhäute reizende
Wirkung geht auf den Gehalt an Senfölen
zurück. Die flüchtigen Senföle
entstehen aus ihren Vorstufen, den Glucosinolaten,
durch enzymatischen Abbau bei Verarbeitung der Wurzel und wirken
keimtötend gegen Bakterien. Wegen ihrer Reizwirkung auf die
Schleimhäute kommt es örtlich zu einer vermehrten Durchblutung.
Meerrettich enthält auch die Vitamine C und B1 sowie Enzyme
und Flavonoide.
Innerlich eingenommen wird der Meerrettich gegen Erkältungskrankheiten
und zur unterstützenden Behandlung bei Infektionen der ableitenden
Harnwege verwendet. Zubereitungen aus Meerrettich
können äußerlich zur Behandlung von Muskelschmerzen
eingesetzt werden, dabei darf der Gehalt an Senfölen
2% nicht überschreiten (s. Hinweis),
da es sonst zu starken Hautreizungen kommen kann.
Verbreitet ist die Verwendung von Meerrettich zum Würzen von
Saucen, Fleisch- und Fischgerichten. Da die Senföle
leicht flüchtig sind, sollte Meerrettich erst kurz vor dem
Servieren den abgekühlten Speisen zugesetzt werden. Getrockneter
Meerrettich muss vor Verwendung in lauwarmen Wasser eingeweicht
werden, damit sich die Senföle
bilden können.