Vor allem die Wurzel ist reich an ätherischem
Öl, dessen Zusammensetzung sich je nach Reife und Alter der Pflanze
unterscheidet. Das Öl enthält als charakteristische Geruchskomponente
Alkylphthalide, darunter Ligustilid, für das eine krampflösende,
beruhigende und wassertreibende Wirkung beschrieben ist. Die Liebstöckelwurzel
wird daher zur Durchspülungstherapie bei entzündlichen Erkrankungen
der ableitenden Harnwege und zur Vorbeugung von Nierengrieß
angewandt.
Volkstümlich wird Liebstöckel als Gewürz und zur
Behandlung von Verdauungsbeschwerden, wie Blähungen, Völlegefühl
und Aufstoßen, verwendet. Obwohl für diese Wirkungen
keine Untersuchungen vorhanden sind, so sind sie aufgrund des schwach
bitteren Geschmacks plausibel.
Die Liebstöckelwurz wird in der Lebensmittelindustrie zur Herstellung
und Aromatisierung von Gewürzextrakten, Likören und Magenbittern
eingesetzt.