Heilpflanzen-Lexikon
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Ingwer
Zingiber officinale Rosc.
Familie: Ingwergewächse (Zingiberaceae)
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Anwendung:
Je nach Herkunft
kommt Ingwerwurzel in unterschiedlicher Qualität in den Handel,
wobei die Ware aus Jamaica (Arzneibuchware), Bengalen oder Australien
am hochwertigsten sind. Eine Besonderheit stellt eine Sorte aus
Japan, der Kintoki, dar, der ein etwas abweichendes Spektrum an
Inhaltsstoffen aufweist.
Der Ingwerwurzelstock enthält einen zähflüssigen
Balsam (Oleoresin), der aus ätherischen
Ölen und einem Scharfstoffanteil, den Gingerolen und Shoagolen
besteht. Zubereitungen aus
dem Ingwerwurzelstock wirken antiemetisch, entzündungshemmend,
anregend auf die Magensaft-, Speichel- und Gallebildung und steigernd
auf die Darmfunktion. Die antiemetische Wirkung scheint durch eine
direkte Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt vermittelt zu werden. Diskutiert
wird auch ein Antagonismus von Serotonin Typ 3 Rezeptoren. Ingwer
wird daher zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden, Blähungen
und zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen vor allem bei
der Reise- oder Seekrankheit, verwendet. Zur Beurteilung der Sicherheit
bei einer Anwendung zur Vorbeugung des Schwangerschafterbrechens
liegt noch nicht ausreichend Material vor ( s.
Hinweis).
Verschiedentlich wird über eine günstige Wirkung bei Magengeschwüren,
Kopfschmerzen und rheumatischen Gelenkbeschwerden berichtet. Diese
Angaben sind aber bisher nur unzureichend untersucht.
Ingwer wird häufig in der Getränke- (Ginger Ale, Ingwerbier)
und Lebensmittelindustrie verwendet. Er dient pur oder in Mischungen
(Curry, Cutneys, Marmeladen, Soßen) als Gewürz. Als grünen
Ingwer bezeichnet man die jung geernteten, milder schmeckenden Rhizome.
In heißen Ländern ist Ingwer auch als Zusatz in Kaffee
oder Tee wegen seiner anregenden Wirkung auf die Schweißbildung
beliebt.
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