Heilpflanzen-Lexikon
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Fingerhut, Roter
Pflanze: Digitalis purpurea L.
Familie: Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae)
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Hinweise:
Die therapeutische Breite (d. h. die
wirksame
Dosierung liegt
nahe bei der Dosis mit toxischer Wirkung) der Digitalisglykoside
ist gering.
Daher kommen nur noch Fertigarzneimittel zur Anwendung,
die Digitoxin als Reinsubstanz enthalten. Diese Präparate sind,
wie auch die Pflanze selbst, verschreibungspflichtig.
Vergiftung:
Bereits die Einnahme vom 0.3 g Blätter
(bezogen auf das Trockengewicht) bewirken Vergiftungserscheinungen,
2 bis 3 g können für einen Erwachsenen tödlich sein.
Erste Vergiftungserscheinungen
treten 1 bis 2 Stunden nach der Einnahme auf und äußern sich in
Erbrechen, Schwindel und Sehstörungen, bei Vergiftung
durch die Samen auch Durchfälle. Es kommt zu kolikartigen Schmerzen,
Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schlaflosigkeit. Am Herzen zeigen sich
Herzrhythmusstörungen, der Tod tritt durch Kammerflimmern ein.
Da der Giftentfernung eine entscheidenden Rolle bei der Behandlung
einer Vergiftung
zukommt, und erste Symptome verzögert auftreten, sollte auch in
Verdachtsfällen ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Wenden
Sie sich an den Giftnotruf.
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