|
Die
Gattung Salix L. besteht aus min. 300 Arten und umfasst große
Bäume, aber auch Bäume kleinerer Wuchshöhe sowie
Sträucher. In Mitteleuropa am bekanntesten sind Silberweide
(S. alba), Bruchweide (S. fragilis) sowie die kleinere Salweide
(S. caprea), Reifweide (S. daphnoides) und Purpurweide (S. purpurea)
und natürlich die zu Flechtarbeiten verwendete Korbweide (S.
viminalis). Medizinisch verwendet wird die Rinde salicinreicher
Arten wie Purpur-, Bruch- und Reifweide.
Bereits in der Antike wurden Weiden als Heilmittel beschrieben.
Die Bedeutung ging nach Erfindung des Aspirins jedoch zurück.
Erst in den letzten Jahren wurde sie bei der Suche nach verträglichen
Schmerzmitteln wieder entdeckt und wissenschaftlich untersucht.
Woher kommt der Name?
Der lateinische Bedeutung des Namen Salix entspricht
dem deutschen Wort Weide. Das deutsche Wort „Weide“ leitet
sich vom althochdeutschen „ wida“ ab und ist mit dem
griechischen Wort „itea“ = Weide urverwandt.
Wo kann die Weide helfen?
Weidenrinde enthält u.a. Salicin, das im
Körper zu Salicylsäure umgewandelt wird. Salicylsäure
wirkt schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend.
An diesen Wirkungen scheinen aber noch weitere Inhaltstoffe der Weidenrinde
beteiligt zu sein, da die freigesetzte Menge an Salicylsäure
als zu gering erachtet wird, um den therapeutischen Effekt zu erklären.
Zubereitungen aus der Weidenrinde werden vor allem bei chronischen
Schmerzzuständen, wie z.B. Rückenschmerzen oder rheumatischen
Beschwerden eingesetzt, da diese Therapie als verträglicher
als andere Schmerzmittel gilt. Zur Behandlung akuter Schmerzzustände
scheint die Weidenrinde weniger geeignet, da die Wirkung nur langsam
einsetzt.
Die Anwendung von Teezubereitungen ist möglich, wegen des stark
bitteren Geschmacks sind Fertigarzneimittel in Tablettenform insbesondere
bei höherer Dosierung empfehlenswerter.
Worauf ist unbedingt zu achten?
Weidenrinde sollte nicht während Schwangerschaft
und Stillzeit sowie bei Kindern unter 12 Jahren angewendet werden.
Auch zur Behandlung fieberhafter Erkältungskrankheiten bei
Jugendlichen ist sie wegen des Gehaltes an Salicylsäure nicht
geeignet. Salicylsäure kann bei empfindlichen Personen Unverträglichkeitsreaktionen
auslösen. Bei Auftreten von Hautauschlägen, sollte die
Behandlung abgebrochen werden. Bei Personen mit Neigung zu Allergien
oder Asthmatiker verbietet sich die Anwendung gänzlich. Personen
mit Magen- oder Darmgeschwüren, Leber- oder Nierenerkrankungen
sollten solche Präparate nur auf ärztlichen Rat hin einnehmen.
Während einer Therapie mit Weidenrinde dürfen nicht zusätzlich
andere antirheumatisch wirkende Schmerzmittel, wie z.B. Ibuprofen
oder Aspirin eingenommen werden, da sonst das Risiko für unerwünschte
Wirkungen zu hoch wird.
Hier
finden Sie weitere wichtige Informationen zur Weide...
Hier
finden Sie die Heilpflanzen-Portraits der letzten Monate...
|