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Die
zu den Hülsenfrüchten zählende Sojapflanze wird
bereits mindestens seit 3000 Jahren in Asien angebaut und stellt
dort neben Reis ein wichtiges Grundnahrungsmittel dar. Je nach
Farbe der Bohne werden gelbe, grüne oder schwarze Sorten unterschieden.
Die Verwendung ist sehr vielseitig: So dient die Pflanze auch als
eiweißreiches Futtermittel für Tiere, aus der Bohne
lassen sich hochwertiges Speiseöl, Mehl, Milch oder Quark
gewinnen oder Würzmittel wie Sojasoße und Miso herstellen.
Auch die Keimlinge (Sojabohnensprossen) werden häufig in der
asiatischen Küche verwendet.
Im 18. Jh. gelangte die Pflanze nach Amerika und wurde dort auch
zunehmend angebaut, da sie sich günstig in die Fruchtfolge
einordnen ließ. Anfang des 20. Jh. wurden Sojaprodukte auch
in Europa bekannt.
Wo kann die Sojabohne helfen?
Die günstigen Wirkungen einer an Sojaprodukten
reichen Ernährung leiten sich überwiegend von Untersuchungen
ab, bei denen das Krankheitsrisiko für bestimmte Bevölkerungen
verglichen wird (epidemiologische Untersuchungen). So wurde festgestellt,
dass Frauen aus dem asiatischen Raum signifikant weniger unter Wechseljahresbeschwerden
leiden und Asiaten insgesamt weniger häufig an bestimmten Krebsarten
und Herz-Kreislauferkrankungen sterben als in den westlichen Ländern.
Diese Tatsache wird z.T. auf die anderen Ernährungsgewohnheiten
zurückgeführt, obwohl natürlich auch andere Faktoren
eine Rolle spielen können.
Sojabohnen sind reich an Isoflavonoiden, die als Phytoöstrogene
eine estrogenmodulierende Wirkung besitzen, d.h. je nach Organ oder
Gewebe entweder wie Estrogen selbst wirken oder eine dem Estrogen
entgegengesetzte Wirkung zeigen. Auf diese Überlegungen stützt
sich die Annahme, dass Produkte aus der Sojabohne z.B. bei Wechseljahresbeschwerden
helfen ohne die unerwünschten Effekt einer Hormonersatztherapie
zu zeigen. Ähnliches gilt auch für andere Krankheiten,
wie z.B. Brust-, Uterus-, Darm- und Prostatakrebs, Osteoporose und
Herz-Kreislauferkrankungen, da die Sojabohne noch weitere, interessante
Inhaltstoffe besitzt. Diese Überlegungen sind allerdings in
klinischen Untersuchungen nicht ausreichend verifiziert und es stehen
noch viele Fragen offen.
Insgesamt kann gesagt werden, dass eine sojareiche Ernährung
einer gesunden Lebensführung dient. Nicht daraus abgeleitet
werden kann allerdings die Annahme, dass sich eine Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln,
die isolierte Bestandteile der Pflanze wie z.B. Isoflavone enthalten,
solchen Erkrankungen vorbeugen oder deren Beschwerden lindern kann.
Worauf ist unbedingt zu achten?
Personen, die auf Nüsse allergisch reagieren,
sollten Produkte aus Soja meiden, da es oft zu einer Kreuzallergie
kommt. Ebenso vertragen oft auch Säuglinge mit Kuhmilchallergie
keine Sojamilch. Abzuraten ist auch von einer längeren Einnahme
Nahrungsergänzungsmittel mit hochdosierten Isoflavonen, da
die Sicherheit einer Langzeitanwendung nicht ausreichend untersucht
ist und das Risiko einer übermäßigen Stimulation
des Wachstums der Gebärmutterschleimhaut besteht. Diese Präparate
sollten auch von Personen mit hormonabhängigen Tumoren wie
z.B. Brustkrebs gemieden werden, da nicht ausgeschlossen werden
kann, dass die Isoflavone das Wachstum der entarteten Zellen beschleunigt.
Da Soja bei gleichzeitig bestehenden Jodmangel eine Schilddrüsenunterfunktion
begünstigen kann, sollte gerade in Jodmangelgebieten auf eine
ausreichende Jodzufuhr geachtet werden.
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