| Schon
immer bildeten die Menschen zwei Lager wenn es um den Knoblauch
geht. Die einen möchten ihn als Gewürz nicht missen, die
anderen verabscheuen den Knoblauch aufgrund seines typischen Geruchs.
Trotzdem breitete sich die Verwendung bereits vor vielen tausend
Jahren weltweit aus. So soll er schon den Ägyptern die zum
Pyramidenbau erforderlich Stärke verliehen haben. In Indien
hatte er einen festen Platz in der traditionellen Medizin, aber
auch im antiken Rom oder Griechenland wurde er sowohl als Gewürz
als auch als Heilmittel geschätzt. Im Mittelalter galt er als
Medizin gegen die Pest und noch im 2. Weltkrieg setzte man ihn als
sog. „Russisches Penicillin“ zur Verhütung von
Wundinfektionen ein.
Woher kommt der Name?
„Allium“ bedeutet im Lateinischen „Knoblauch“,
„sativum“ „angesät, kultiviert“, was
zeigt, dass die Pflanze bereits im Altertum angebaut wurde.
Die Vorsilbe „Knob-„ geht vermutlich auf das mittelalterliche
Wort „Kloben“ = Zehen zurück.
Wo kann der Knoblauch helfen?
Regelmäßiger Genuss von Knoblauch oder die Einnahme von
Knoblauchpräparaten kann vorbeugend gegen altersbedingte Veränderungen
der Gefäße (Arteriosklerose) wirken. Dieser Effekt kommt
wahrscheinlich durch das Zusammenspiel der Wirkungen auf Blutfette,
Gerinnung, Gefäßwiderstand und antioxidativen Eigenschaften
des Knoblauchs zustande. Es wird auch vermutet, dass durch die Einnahme
die Widerstandkraft des Körpers erhöht wird, was vor allem
bei Erkältungskrankheiten ausgenutzt wird. Als wirksame Inhaltstoffe
werden die bei der Verarbeitung von frischem Knoblauch entstehenden,
stark riechenden Schwefelverbindungen angesehen. Ob noch andere
Bestandteile beteiligt sind, wird kontrovers diskutiert.
Es gibt viele Knoblauchpräparate, die nach unterschiedlichen
Herstellungsverfahren gewonnen werden und sich somit in ihrer Zusammensetzung
stark unterscheiden können. Die meisten Erkenntnisse wurden
bisher mit frischem Knoblauch oder Trockenextrakten gewonnen. Die
empfohlene Tagesdosis beträgt 4 g frischer Knoblauch, Präparate
entsprechend.
Worauf ist unbedingt zu achten?
Knoblauch wird normalerweise sehr gut vertragen. Selten können
bei längerem Gebrauch oder in höherer Dosierung Magen-Darm-Reizungen
auftreten. Es wird daher empfohlen, die Präparate nicht auf
nüchternem Magen einzunehmen.
In höherer Dosierung hemmt Knoblauch die Blutgerinnung. Daher
sollten Personen, die weitere blutgerinnungshemmende Arzneimittel
wie z.B. Aspirin, Marcumar usw. einnehmen, vor der Anwendung ihren
Arzt befragen. Es empfiehlt sich auch, Knoblauchpräparate vor
geplanten Operationen abzusetzen, damit es nicht zu unerwünschten
Nachblutungen kommt. HIV-Patienten sollten Knoblauchpräparaten
nicht ohne ärztlichen Rat verwenden, da hierdurch die Wirksamkeit
und Verträglichkeit der HIV-Medikamente beeinflusst werden
kann. Ein gelegentlicher Genuss von Knoblauch als Gewürz scheint
jedoch unbedenklich zu sein.
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